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Die Bemalung des Sennedjem-Grabes

Ein Interview mit dem Künstler Klaus-Martin Grebe

Die Bemalung des Sennedjem-Grabes
A C F : G A L E R I E
A C F : I N F O B O X

Der auf Wand- und Deckenmalerei spezialisierte Nürnberger Künstler Klaus-Martin Grebe übernahm im Auftrag des Museums die Ausmalung des Sennedjem-Grabes. Im Interview berichtet er von seiner Arbeit und was ihn daran so fasziniert hat:

Wie haben Sie beim Grab des Sennedjem gearbeitet?

In diesem Fall der Grabkammer ging es ja um eine möglichst genaue Kopie. Gefragt waren keine persönlichen Einfälle, sondern es ging darum, dem Original zu dienen. Dabei mir half der Overhead-Projektor: In dessen Licht habe ich die Linien erstmals Schritt für Schritt auf die grundierte Wand übertragen. Anschließend ging es, im permanentem Abgleich mit dem vorhandenen Fotomaterial, an die Ausarbeitung.


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Dabei habe ich ständig mit Herrn Dr. Wettengel, dem inhaltlich verantwortlichen Ägyptologen, Kontakt gehabt. Er hat meine Arbeit Immer wieder genau korrigiert und sozusagen „gegengelesen“. Sämtliche Farbtöne und meist auch die Pigmente waren von ihm vorgegeben.

Mein eigenes Bemühen lag darin, dieses neue Bildwerk in einer ähnlich „atmenden“ Weise hin zubekommen, wie es uns die Originalabbildungen zeigen .Auch der Ägyptologe Dr. Wettengel wies mich immer wieder auf die Leichtigkeit in der Hand des heute unbekannten „Ur-Künstlers“ hin. Mir ging es also um genaues, ja akribisches Kopieren und doch sollte die Arbeit zugleich möglichst spontan in der Wirkung sein. Für die gesamte Ausmalung habe ich etwa ein halbes Jahr gebraucht

Was hat Ihnen besonders viel Spaß gemacht, Sie an der Aufgabe fasziniert?

Besonders fasziniert hat mich das Gefühl beobachtet zu werden von einem ganz wunderbaren Künstler aus einem fernen Zeitalter. Irgendwie war da auch eine gewisse Dankbarkeit, diese Motive so direkt nachempfinden zu können. In dieser Langsamkeit des Arbeitens immer wieder Details zu spüren, die gültig sind. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist das Motiv mit dem „Schneiden der Ähren“ an der Ostwand. Während ich daran arbeitete, schien es mir die vollkommenste aller Möglichkeiten zu sein, dies darzustellen. Zeitlos und Ewig. Meine Verehrung, lieber Künstler.

Herr Grebe, erzählen Sie uns bitte noch kurz etwas über ihren beruflichen Werdegang?

Geboren bin ich 1959, schon als Kind habe ich begeistert gemalt und gezeichnet. Nach dem Besuch der damaligen Fachhochschule für Graphik Design in Nürnberg bin ich für zwei Jahre nach Enschede in die Niederlande gegangen, um an der dortigen Kunstakademie zu studieren. Seit 1985 arbeite ich selbständig. Schwerpunkte sind die Entwürfe und Umsetzungen von Wandgestaltungen für Themenausstellungen in Museen oder für andere Auftraggeber wie Cafes, Kinderärzte, die ihre Praxen gestalten lassen und viele andere mehr.


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