C O N T E N T - S I N G L E . P H P
Die Grabkammer des Sennedjem im Museum für Kommunikation Nürnberg

Ein Interview mit dem Ägyptologen Dr. Wolfgang Wettengel

Die Grabkammer des Sennedjem im Museum für Kommunikation Nürnberg
A C F : G A L E R I E
A C F : I N F O B O X

Die Rekonstruktion des Sennedjem-Grabes wurde inhaltlich von dem Ägyptologen Dr. Wolfgang Wettengel betreut. Er berichtet darüber, was wir heute über Sennedjems Person wissen und wie das Grab aufgefunden wurde.

Herr Dr. Wettengel, was wissen wir heute über Sennedjem und seine Biographie?

Sennedjem war Kunsthandwerker im „Tal der Könige“, in dem die Gräber für Pharaonen des Neuen Reiches (ca. 1550 bis 1070 v. Chr.) in den Felsen des thebanischen Westgebirges gemeißelt wurden. Seine genaue Tätigkeit und sein Werdegang sind uns nicht bekannt. Die Werkzeuge, die man in seinem Grab gefunden hat, dienen zur Vermessung und lassen auf einen Architekten schließen. Sein Titel lautet übersetzt „Einer, der das Rufen hört am Sitz der Wahrheit“.


A C F : dechents flexible Inhalte ANFANG

Wo liegt das originale Grab und wer hat es entdeckt?

Die Grabanlage des Sennedjem liegt mehrere Meter unter tief im Fels des thenanischen Westgebirges. Sie befindet sich auf der Westseite des Nils gegenüber der heutigen Stadt Luxor, am Rande der Ruinensiedlung von Deir el-Medina, einem Ort, an dem im Neuen Reich die pharaonischen Künstler und Handwerker lebten. Entdeckt haben das Grab einheimische Ägypter am 31. Januar 1886, die den Fund sofort Gaston Maspero meldeten, dem französischen Direktor des ägyptischen Antikendienstes.

Wer war außer Sennedjem in dieser Grablege bestattet?

Dank der Schriftlichkeit der ägyptischen Kultur ist uns heute die Familie Sennedjems genau bekannt. Mit den Namen ist zugleich die Erinnerung an diese Personen über Jahrtausende festgeschrieben. Wir wissen, dass sein Vater Chabechnet hieß und er mit einer Frau namens Ineferti verheiratet war, mit der er zehn Kinder hatte. Sennedjem hatte vier Söhne und sechs Töchter, die man aus Inschriften aus dem Grab kennt: Chabechenet, Bunachtef, Rahotep, Chonsu, Irunefer, Taasch-sen, Hetepu, Ramessu, Anhotep und Ranehu. In späterer Zeit hat man auch noch unbekannte Personen in das Grab gelegt. Insgesamt fanden sich in der kleinen Grabkammer 20 Mumien, zum Teil ohne Särge.

Wie fügt sich die Grabkammer des Sennedjem in das Gesamtkonzept des Raumes zum Thema Schrift ein?

In diesem Bereich wird gezeigt, wie die Schrift entstanden ist und welche Funktionen sie für Gesellschaften haben kann. Hier geht es um Themen wie Schrift und Verwaltung, ihre Funktion für die kulturelle Identität, für Propagandazwecke oder für die politische Partizipation. Die Grabkammer des Sennedjem zeigt exemplarisch den Zusammenhang zwischen Religion und Schrift. Schriftlichkeit ermöglicht es den Gläubigen, Verbindung zu ihrer Gottheit herzustellen. Deshalb haben geschriebene Texte eine große Bedeutung für viele Religionen. Die frühesten Belege hierfür finden wir aber bei den Ägyptern.


A C F : dechents flexible Inhalte ENDE