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Daten-Dienstag. Privatheit im Netz?

MKN Vortragsreihe DatenschutzVortragsreihe des Museums für Kommunikation Nürnberg und des Berufsverbandes der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD e.V.)

Die Vortragsreihe greift aktuelle Entwicklungen und Probleme rund um den Datenschutz auf. Deutlich wird, dass der überlegte Umgang mit Daten im Netz Jugendliche und Erwachsene in allen Lebensbereichen von der Schule über das Berufsleben und die Freizeit angeht. Partner des Museums ist der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V.

Beginn jeweils 19 Uhr, Eintritt frei


 

13.1.2015 Prof. Dieter Kempf (BITKOM)

Sind Daten die Währung von morgen?

Für viele Entwicklungen, die unser Leben verbessern können, ist die Sammlung, der Austausch und die Verarbeitung großer Mengen personenbezogener Daten (Big Data) nötig. Beispiele sind etwa das Gesundheitswesen oder intelligente Stromnetze. Gleichzeitig wird jeder einzelne, etwa als Online-Shopper, selbst permanent zum Datenlieferanten.
Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), wird mögliche Anwendungsformen von Big Data – Lösungen vorstellen und die sich daraus ergebenden Anforderungen an ein modernes Datenschutzrecht definieren. Dabei geht es um den Ausgleich zwischen dem berechtigten Schutz persönlicher Daten und der sinnvollen Datenverwendung durch Unternehmen, von der die Gesellschaft insgesamt profitiert.

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10.2.2015 Thomas Kranig (Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht)

Bilder von mir im Netz —was darf ich und was dürfen andere?

Die Verwendung von Bildern mit Personen im Internet durch Privatpersonen oder Unternehmen führt immer wieder zu Streitigkeiten. Thomas Kranig, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, zeigt die rechtlichen Rahmenbedingungen auf und erläutert den Stadtpunkt der Datenschutzaufsichtsbehörden.

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17.3.2015 Niels Brüggen (JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis,
München)

Produkt oder Verbraucher/in? Jugendliche im Social Web

Im Social Web nutzen (nicht nur) Jugendliche insbesondere kommerziell betriebene Angebote. Doch wie weit reicht das Wissen von jugendlichen Nutzenden über die zugrundeliegenden Geschäftsmodelle und eigene Verbraucherrechte? Niels Brüggen stellt Ergebnisse einer Studie des JFF – Institut für Medienpädagogik vor, die diesen Fragen im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz nachging.

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14.4.2015 Bernd Fuhlert (Revolvermänner GmbH)

Rufmord im Internet—wie ich mich als Person dagegen schützen kann!

90% aller Personen werden heute vor dem ersten Treffen gegoogelt. Der Online-Ruf ist daher der erste Eindruck und entscheidet über Erfolg und Misserfolg. In Zeiten transparenter Strukturen, beständiger Verfügbarkeit von Mobile Devices und Handykameras hat die beschleunigte Informationsverbreitung die Kommunikation nicht nur extrem schneller, sondern auch herausfordernder gemacht. Für Angreifer ist es um ein Vielfaches leichter geworden, die Reputation und das Ansehen von einzelnen Personen zu schädigen. Ohne ein Verständnis über die Wirkungsweise von Foren, Blogs, Usergroups, News-Portalen, Wikis und  Social Communities ist die Abwehr solcher Angriffe aus dem Web kaum noch zu bewältigen

Bernd Fuhlert zeigt anhand von Beispielen aus der Praxis, wie Sie mit Wikipedia, Google Autocomplete und Bewertungsportalen erfolgreich umgehen und Ihren guten Ruf als Person schützen!

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16.6.2015 Malte Spitz (Autor, Digital Native und Politiker)

Was macht ihr mit meinen Daten?

Während alle nur theoretisch über Datenschutz diskutieren, will Malte Spitz es genau wissen. Wer hat welche Information über mich gespeichert, wer verarbeitet welche Angaben über mein Leben? Behörden, Mobilfunkanbieter, Krankenkassen, Datenbanken und Rechenzentren: Wer unsere Daten sammelt, gewinnt Macht. Hören Sie, wie Malte Spitz Auskunft bekam und was über ihn gespeichert ist.

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15.9.2015 Dr. Thomas Petri (Bayerischer Landesbeauftragte für den Datenschutz)

Europäische Kriminalitätsbekämpfung und Datenschutz

Fahndungsmaßnahmen im Internet oder mittels der grenzüberschreitenden Datenweitergabe sind für öffentliche Stellen nur bei klaren Rechtsgrundlagen möglich. Dr. Petri gibt einen Überblick über die Rechtslage im europäischen Kontext und stellt die Fragestellungen aus Sicht einer datenschutzrechtlichen Aufsichtsbehörde dar.

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17.11.2015 Prof. Matthias Brand (Universität Duisburg-Essen, Fachgebiet Allgemeine Psychologie: Kognition)

Cybermobbing

Für die einen erscheint es witzig für die anderen entwickelt es sich zum Horror.
Missgünstige Kommunikationsformen hat es schon immer gegeben, deren Auswirkungen werden aber durch den Einsatz des Internets und durch Smartphones erheblich erweitert. Prof. Brand erläutert die Ergebnisse aus seinen Forschungen, warum Menschen Cybermobbing machen und welche Strategien es gibt, damit umzugehen.

Jüngst erst hat Prof. Dr. Brand am 23.10.2015 in Düsseldorf die Ergebnisse einer Studie zur Rolle der Internetnutzungskompetenz sowohl für eine „Internetsucht“ als auch für das Internetmobbing vorgestellt. Diese Studie entstand unter seiner Leitung als Kooperation der Universität Duisburg-Essen und der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) und zeigt die Tragweite des Themas: Fast 40 Prozent der befragten 14- bis 19-Jährigen gaben an, schon einmal eine andere Person online gemobbt zu haben. Dies umfasst das Herstellen und Verbreiten von verletzenden Nachrichten, Fotos oder Videos und das eher passive Weiterleiten oder Liken von solchen Inhalten. Knapp ein Viertel der Schülerinnen und Schüler haben Erfahrungen als Opfer;

auffällig ist, dass rund zwölf Prozent selbst schon Opfer und Täter waren. Die Studie untersucht das Phänomen vor allem auch qualitativ, zum Beispiel mit der Frage, was typisch für Täter und für Opfer ist. Diese Forschungen bieten eine wichtige Grundlage für die Vermittlung einer Internetnutzungskompetenz, um das allgegenwärtige Medium nicht nur technisch versiert, sondern auch verantwortungsvoll und vorausschauend anzuwenden.

 

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